Mitten im Leben
Am 28. März kommt das Chormusical „7 Worte vom Kreuz“ nach Lemgo – ein Interview mit Autor Fabian Vogt
Ich liebe Geschichten – und ich liebe es, sie so zu erzählen, dass sie Menschen berühren. Die sieben letzten Worte Jesu am Kreuz gehören zu den kraftvollsten Sätzen der Weltliteratur. Sie sind existenziell, ehrlich und gleichzeitig voller Hoffnung. Als Albert Frey sein Pop‑Oratorium dazu komponiert hat, habe ich sofort gespürt: Diese Worte haben auch heute eine enorme Relevanz.
Sie haben das Libretto geschrieben und die Inszenierung mitgestaltet. Was war Ihnen dabei wichtig?
Mir ging es darum, die Lieder in einen aktuellen Kontext zu setzen. Die sieben Worte Jesu sprechen Fragen an, die wir alle kennen: Kann mir vergeben werden? Darf ich neu anfangen? Wer trägt mich, wenn ich mich allein fühle? Ich wollte zeigen, dass diese uralten Sätze überraschend modern sind und Menschen Perspektiven schenken.
Wie bringen Sie diese Tiefe auf die Bühne?
Indem wir die Worte Jesu mit heutigen Lebensgeschichten verweben. Unsere Protagonisten Marie und Ben – gespielt von Kathleen Bauer und Dominik Doll – sind Menschen wie du und ich. Sie tragen Zweifel, Ängste und Sehnsüchte in sich. Durch eine zufällige Begegnung entdecken sie, dass Jesus genau diese Gefühle kennt. Zusammen mit dem Chor und den Solistinnen und Solisten entsteht so ein emotionales Bühnenwerk, das zeigt: Diese Worte sind mitten im Leben.
Was sollen die Zuschauerinnen und Zuschauer in Lemgo erleben?
Wir möchten, dass sie spüren: Die sieben Worte Jesu sind nicht nur historische Zitate, sondern Trost für unsere Sehnsüchte. Viele Menschen verlassen die Aufführung mit dem Gefühl: Ich spüre neue Hoffnung. Ich darf vertrauen. Wenn das gelingt, haben wir unser Ziel erreicht.
Sie arbeiten bei „midi“, der Zukunftswerkstatt für Kirche und Diakonie. Wie passt ein Chormusical dazu?
Sehr gut. Kirche braucht Räume, in denen Menschen Glauben sinnlich erfahren können mit Musik, Emotionen und Gemeinschaft. Ein Chormusical verbindet Kunst und Spiritualität, Professionalität und Ehrenamt. Es zeigt, dass Kirche kreativ, mutig und lebensnah sein kann.
Sie haben Germanistik, Theologie, Film- und Theaterwissenschaften und Gesang studiert. Hilft Ihnen diese Vielfalt?
Absolut. Alles, was ich damals begeistert studiert habe, kann ich heute nutzen: Geschichten erzählen, theologische Themen vermitteln, musikalisch denken, dramaturgisch arbeiten. Und ich genieße es besonders, komplexe Dinge so zu erzählen, dass sie für alle nachvollziehbar und inspirierend werden.
Was wünschen Sie sich für die Aufführung in Lemgo?
Ich wünsche mir, dass die Menschen sich berühren lassen. Dass sie merken: Diese sieben Worte sind nicht nur letzte Worte. Sie sind auch erste Worte für neue Lebensperspektiven. Und ich wünsche mir, dass der Funke überspringt und etwas in Bewegung setzt.
Tickets im Vorverkauf unter https://www.chormusicals.de/tickets
