Leben aus dem Wort Gottes
Im Gottesdienst in der Erlöserkirche Detmold ist Dietmar Arends aus seinem Amt als Landessuperintendent entpflichtet worden
Zwölf Jahre stand er an der Spitze der Lippischen Landeskirche. Die Entpflichtung in der Erlöserkirche am Markt nahm Kirsten Fehrs, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vor.
Sie würdigte Dietmar Arends als aufrichtig, politisch wach und nüchtern – mit einem Augenzwinkern – als „reformiert eben“. Er sei ein Friedensstifter mit einem „großen weiten Herz“ und Offenheit, der immer auch die weltweite Christenheit im Blick habe.
Arends thematisierte in seiner Predigt den „Kern dessen, was unser Auftrag als Kirche ist.“ Leben aus dem Wort Gottes, das uns „als Schatz“ anvertraut sei: „Aber bloß nicht, dass wir ihn hüten für uns, sondern dass wir großzügig, ja verschwenderisch damit umgehen, ihn unters Volk bringen, wo wir nur können. Ohne eine Liebe zu diesem Wort können wir nicht Kirche sein, so Arends weiter: „All unser Agieren, Zukunft gestalten, Strukturen reformieren, Position beziehen bleibt ohne dieses Wort und ohne die Liebe zu diesem Wort doch letztlich ein hilfloses Unterfangen.“
Ein Wort habe ihn in den vergangenen Jahren besonders begleitet. „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ (2. Timotheus 1,7). Die Einheitsbibel übersetze Furcht mit Verzagtheit. „Wie gut, denn wie oft will sich die Verzagtheit meiner bemächtigen. Ob es die Fragen nach der Zukunft der Kirche sind, die uns beschäftigen. Ob es der Blick in diese Welt ist mit ihren Kriegen, ihrer Ungerechtigkeit, ihren Despoten und Tyrannen. Ob es persönliche Erfahrungen von Krankheit, von Trennung, von Sorgen um die Zukunft sind. Wer wollte bestreiten, dass es immer wieder gute Gründe gibt, verzagt zu sein.“ Gottes Geist müsse immer wieder über uns kommen, müsse sich ereignen. Dietmar Arends: „Ich bin dankbar, wo wir etwas erlebt haben von diesem Geist in unserem Miteinander in dieser Kirche. In unserem Zukunftsprozess, in den Erprobungsräumen, in der Musik, in den Schritten gegen die Klimakrise und in vielem anderen. Ich bin dankbar, wo wir etwas erlebt haben von diesem Geist in so vielen Begegnungen. Möge dieser Geist Gottes mit seiner Kraft und Liebe und Besonnenheit uns auf unseren Wegen weiter geleiten und sich unserer Verzagtheit in den Weg stellen.“
Als „Segen für die Landeskirche“ würdigte der Präses der Lippischen Landessynode Michael Keil den scheidenden Landessuperintendenten. Die Sorgen um die Zukunft der Kirche, die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt, die Bewältigung von Konflikten – es sei ein schweres Amt gewesen. Unterstützung habe Arends von seiner Familie und vor allem von seiner Frau Anne erfahren.
Grußworte sprachen Landrat Meinolf Haase, Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz (Paderborn) und Bischof Dr. Vilmos Joszef Kolumban (Siebenbürger Distrikt der Ungarisch-Reformierten Kirche). Verlesen wurden Grußworte von Präses Thorsten Latzel (Evangelische Kirche im Rheinland), und Matitjahu Kellig (Jüdische Gemeinde Herford-Detmold).
Stichworte waren hier unter anderem der unermüdliche Einsatz für Frieden und Versöhnung, Dienst am ökumenischen Miteinander, Dienst an Lippe und der Welt, reformierte Klarheit, ökumenische Weite und Solidarität.
Wunderbare Kirchenmusik, ein Markenzeichen der Lippischen Landeskirche, untermalte den Gottesdienst. Ausführende waren Landeskantor KMD Burkhard Geweke an der Orgel, die Kantorei der Christuskirche, der Landesjugendposaunenchor Westfalen-Lippe unter der Leitung von Landesposaunenwart KMD Christian Kornmaul sowie Band und Chor des Popkantorates unter der Leitung von Kantor Matthias Schulze.
