Berufswunsch Kindertagespflege

Dagmar Freitag begleitet Kinder bei sich zuhause und hat sich damit einen Traum erfüllt

Fürs Foto am Baum: bevor die Kinder kommen, wird das Klettergerüst natürlich wieder auf den Rasen gestellt. Dagmar Freitag (rechts) und Antje Höper packen es gemeinsam an.

Kreis Lippe. Dagmar Freitag ist seit Anfang 2019 mit Leib und Seele Kindertagespflegeperson. Die 55-jährige hat sich damit ihren absoluten Berufswunsch erfüllt. Drei Kinder unter vier Jahren hat sie derzeit tagsüber in der Betreuung bei sich zu Hause: „Das bereitet mir so viel Freude, die Entwicklung der Kinder zu beobachten, sie individuell zu begleiten.“ Bewegung steht für Dagmar Freitag dabei im Vordergrund – jetzt im Sommer zum Beispiel ist sie viel im Garten mit den Kindern, da können sie toben, klettern und sich frei entfalten. Alles ist hier für die Kinder ausgerichtet, mit Spielhaus, Klettergerüst, Sandkasten.

Dagmar Freitag hat die Pflegeerlaubnis des Jugendamtes. Die Grundqualifizierung hierfür hat sie bei der Evangelischen Familienbildung der Lippischen Landeskirche absolviert und kann es nur empfehlen: „Hier stehen die Fähigkeiten im Vordergrund, die die Teilnehmenden mitbringen, jeder hat seinen eigenen Lernweg. Das Wissen wird durch praktische Umsetzung aufgebaut und geschult. Dabei gibt es ein tolles Miteinander.“ Das sei es, was die neue Schulung ausmache, ergänzt Bildungsreferentin Antje Höper: „Die Qualifizierung nach dem neuen Kinderbildungsgesetz (KiBiz) setzt statt auf Frontalunterricht stärker auf die Einbeziehung der Berufserfahrungen und Fähigkeiten, die die Teilnehmenden mitbringen.“ Es sei eine umfassende Ausbildung, um den gestiegenen frühpädagogischen Anforderungen an Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern gerecht zu werden.

Wer sich vorstellen kann, Kindertagespflegeperson zu werden, kann bei der Evangelischen Familienbildung der Lippischen Landeskirche ab dem 22. September einen Kurs zur Qualifizierung belegen.

Diese Grundqualifizierung mit 300 Unterrichtsstunden ist ein notwendiger Baustein für die Pflegeerlaubnis durch das Jugendamt. Hinzu kommen 40 Stunden Praktikum in einer Kita, 40 Stunden Praktikum in einer Kindertagespflegestelle sowie Selbstlerneinheiten. Die Ausbildung endet mit einem Kolloquium. Abschließend erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Zertifikat der Lippischen Landeskirche und können auch das Zertifikat des Bundesverbands für Kindertagespflege beantragen. Die Gebühren für die Teilnahme an der Qualifizierung betragen 2.800 Euro. Dafür gibt es Zuschüsse. Ante Höper: „Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrem zuständigen Jugendamt, was dort an Kosten dieser Ausbildung übernommen wird.“

Dagmar Freitag hat solch einen Zuschuss erhalten: „Toll war auch, dass ich schon während der Grundqualifizierung anfangen konnte zu arbeiten und Kinder zuhause betreuen durfte.“ Ein bisschen mulmig ist ihr nur, wenn sie an den Abschied denkt. Die Kleinen erhalten von ihr einen Abschiedsbrief und ein schriftliches Andenken mit ihren Entwicklungsschritten, Erlebnissen und Erfolgen. Und vielleicht, so ihre Hoffnung, bleibt der ein oder andere Kontakt bestehen.

Zur Qualifizierung anmelden können Sie sich bis zum 6. September. Weitere Informationen und bei Interesse die Terminübersicht erhalten Sie im Landeskirchenamt bei Bildungsreferentin Antje Höper unter Tel.: 05231/976-652.

28.06.2021

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