Für gerechten Frieden sorgen

Religionslehrertag thematisierte Friedensfragen aus unterschiedlichen Perspektiven

Gestalteten den Religionslehrertag mit Impulsen und Workshops: Dieter Bökemeier, Janine Bartsch, Renke Brahms, Manfred Karsch, Oliver Arnhold, Dagmar Kübler, Tobias Treseler, Sabine Hartmann, Andreas Mattke (v.l.)

Kreis Lippe/Detmold. „Aus Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden sorgen“: unter diesem Titel hatte die Lippische Landeskirche zum Religionslehrertag eingeladen und 40 Lehrerinnen und Lehrer waren der Einladung gefolgt. Außerdem konnte Andreas Mattke, Landespfarrer für Kirche und Schule, Militärpfarrerin Annette Schulz für die Andacht begrüßen und Kirchenrat Tobias Treseler für ein Grußwort. Treseler dankte den Religionslehrenden im Namen der Lippischen Landeskirche ausdrücklich für ihren Dienst in der Schule. Sie seien mit ihrer persönlichen evangelischen Haltung im Religionsunterricht erkennbar. Dies sei eine starke Unterstützung für den konfessionellen Religionsunterricht, besonders in Kooperation von evangelischer und katholischer Kirche.

Das Thema Frieden sei bewusst gewählt worden, so Andreas Mattke in seinen einführenden Worten: „Der Krieg in der Ukraine lässt noch einmal ganz neu nach der Bedeutung des Friedens und der Friedensbildung in unseren Schulen fragen.“ Die Frage nach Frieden lasse sich nicht auf das, was gerade in der Ukraine geschieht, begrenzen: „Frieden ist ein globales Thema, ein lokales zugleich. Frieden ist ein theologisches Thema und ein gesellschaftliches Thema auch. Frieden ist ein Bildungsthema und betrifft uns alle. Es heißt: Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts. Das spüren wir dieser Tage.“

Drei Impulsreferate beleuchteten das Thema näher. Renke Brahms, ehemaliger Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland, gab Erläuterungen zum „gerechten Frieden“, welcher mehr als die Abwesenheit von Krieg und Gewalt sei und von einem positiven und umfassenden Friedensbegriff ausgehe. Für Renke Brahms ist klar: „Wer den Frieden will, muss den Frieden vorbereiten.“ Dazu brauche es Friedensbildung in Familie, Kita, Schule, Jugendarbeit und Erwachsenenbildung. Das griff Janine Bartsch, Leitende Regierungsschuldirektorin (Arnsberg) auf. Sie sieht den Religionsunterricht als wichtiges Instrument auf dem Weg der Entwicklung der Schülerinnen und Schüler zu mündigen demokratischen Bürgern mit Zivilcourage und einer inneren Haltung, mit Empathie und Fähigkeit zum Perspektivwechsel. Sie riet dazu, im Religionsunterricht zum Beispiel auch den Dialog mit anderen Religionen zu suchen, Erinnerungskultur zu pflegen, Medienkompetenz zu vermitteln, Projekte wie Fair-Trade-Schule anzugehen. „Religionsunterricht hat etwas zu sagen. Das Potential zu erkennen und zu nutzen, ist wichtig für die Zukunft“.

Dieter Bökemeier, Landespfarrer für Diakonie, Ökumene und Migration schließlich erläuterte, wie die Lippische Landeskirche zum Thema Frieden arbeitet, zum Beispiel in den Bereichen Versöhnung und Verständigung, Gerechtigkeit, Flucht und Migration, mit Erklärungen zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr und zu Atomwaffen.

Mit einem Worldcafé wurden Zusammenhänge zwischen Frieden, Friedensbildung in globalen Zusammenhängen bis hin zum schulischen Kontext diskutiert sowie ihre Umsetzung im Bereich des Religionsunterrichts thematisiert. In vier Workshops wurde das Thema Frieden aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Hier ging es zum Beispiel um Klimagerechtigkeit oder Themen auf dem Lebensweg des Franz von Assisi. Literatur zum Thema bot der Büchertisch der Lippischen Landesbibliothek/Theologische Bibliothek und Mediothek, Detmold.

24.11.2022

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