„Partnerkirchen brauchen unsere Solidarität“

Landessuperintendent Dietmar Arends predigt zum 175-jährigen Jubiläum des Gustav-Adolf-Werks der Lippischen Landeskirche

175 Jahre Gustav-Adolf-Werk der Lippischen Landeskirche: Dietmar Arends hielt die Predigt im Jubiläumsgottesdienst

Kreis Lippe/Bad Salzuflen-Sylbach. Seit 175 Jahren gibt es das Gustav-Adolf-Werk (GAW) der Lippischen Landeskirche e.V., welches evangelische Minderheitskirchen unterstützt. Aus diesem Anlass fand in der evangelisch-reformierten Kirche Sylbach ein festlicher Jubiläumsgottesdienst statt, der von Chormitgliedern und von Johannes Krah an der Orgel musikalisch umrahmt wurde und in dem Landessuperintendent Dietmar Arends die Predigt hielt. Vorsitzende des GAW Lippe ist Pfarrerin Karin Möller, die zusammen mit Pfarrer Dirk Möller (Sylbach) die Gäste begrüßte.

„Das GAW kümmert sich seit seiner Gründung um Christen in der Diaspora, wo evangelische Christen in der Minderheit leben. Schwerpunkte sind Partnerkirchen in Ost- und Südeuropa sowie Südamerika“, informierte Karin Möller. Partner werden beim Bau oder der Renovierung von Kirchen und Gemeindehäusern unterstützt. Das GAW leistet Hilfe bei sozialdiakonischen und missionarischen Aufgaben. Dies wird ermöglicht durch Mitgliedsbeiträge, Spenden, Kollekten und einen Zuschuss der Landeskirche. Die Fördersumme für Projekte in den Partnerkirchen unter anderem in Brasilien, Litauen und Polen beläuft sich in diesem Jahr auf insgesamt 12.000 Euro.

Der Name des Werks geht auf den schwedischen König Gustav II. Adolf (1594-1632) zurück, der als Retter des Protestantismus im Dreißigjährigen Krieg gilt. In seiner Predigt ging Dietmar Arends auf die zentrale Erkenntnis protestantischen Glaubens ein, die in der Reformation neu gewonnen wurde: „Wir werden befreit von der Notwendigkeit und von dem Versuch, uns selbst vor Gott gut aussehen zu lassen. Und so auch von der Erfahrung, an diesem Versuch doch immer wieder zu scheitern.“ Arends sagte in Anlehnung an den Reformator Ulrich Zwingli: „Wo Glaube ist, da ist Freiheit.“ Die Freiheit rufe uns in die Gemeinschaft und Verantwortung für den Nächsten, der in Not ist – auch für den fernen Nächsten. Ungezählte kirchliche und diakonische Projekte seien vom Gustav-Adolf-Werk gefördert worden. Diese Hilfe sei ein Stück gelebter Nächstenliebe und Solidarität: Die Arbeit des Gustav-Adolf-Werkes sei gerade in der Krise der Pandemie höchst aktuell. Die Corona-Pandemie treffe die Ärmsten der Armen am härtesten. Für viele komme durch Corona der Hunger zurück. „Viele Gemeinden und Kirchen verlieren fast ihre gesamten Einnahmen, weil sie allein von den Spenden und Kollekten ihrer Mitglieder leben. Das gilt auch für etliche unserer Partnerkirchen. Sie brauchen unsere Solidarität.“

06.11.2020

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