Wie auf Adlerflügeln

Internationaler Gottesdienst in der Erlöserkirche am Markt in Detmold

Predigt. Der koreanische Pastor Keunmyung Heo predigt über Ex. 19, 1-6.

Detmold. „The Whole World in Worship“ – Christen aus unterschiedlichen Ländern feierten gemeinsam einen internationalen Gottesdienst in der Erlöserkirche am Markt in Detmold. Bibellesungen, Gebete und Predigt wurden auf Deutsch, Englisch, Koreanisch, Farsi und Arabisch gesprochen. Weil aufgrund des Infektionsschutzes nicht gesungen werden konnte, bereicherten internationale Musikbeiträge den Ablauf.

Nach einem Orgelvorspiel von Julia Karuva begrüßte Pfarrerin Stefanie Rieke-Kochsiek rund 80 Gäste. Zum Israelsonntag, der das Verhältnis von Christen und Juden thematisiert, sang Prof. Dr. Rebecca Grotjahn die israelische Melodie „Kommt herbei“. Der koreanische Pastor Keunmyung Heo sprach das Eingangsgebet und der Bariton Beoungkyu Jeon interpretierte das Lied „Wie groß bist du“, begleitet von Pianistin Jung Eun Choi.

Die Lesung von Exodus 19,1-6 erfolgte mehrsprachig und beleuchtete die Suche nach einer neuen Identität der aus Ägypten geflüchteten Israeliten. Dazu passte das Spiritual „When Israel was in Egypt`s Land“, das Rebecca Grotjahn intonierte.

In der Predigt ging Pfarrerin Dr. Katharina Kleine Vennekate auf den Bibeltext ein: „Die Israeliten fragen sich nach der Flucht, wie es weiter gehen soll. Heute fragen wir: Wie sollen Menschen mit jüdischem Glauben, die Anfeindungen erleben, in Deutschland wohnen? Wie können Geflüchtete eine neue Heimat finden? Wie geht es Studierenden, die mit Schwierigkeiten kämpfen? Wie ergeht es uns in der Corona-Krise mit unseren Sorgen um Gesundheit und Arbeitsplätze?“ In seiner Antwort erinnere Gott daran, „dass er uns wie auf Adlerflügeln trägt.“ Das gebe Kraft und Hoffnung. “Gott nimmt uns in die Verantwortung. Wir sollen auf seine Stimme hören und mit ihm Kontakt halten.“ Das gebe Sicherheit und Zuversicht, auch wenn die Zukunft ungewiss sei.   

Pastor Keunmyung Heo ergänzte: „Viele Ausländer, zum Beispiel internationale Studierende, vergleichen das Leben in der Fremde mit dem Leben in der Wüste. Sprachprobleme, Finanzprobleme, Einsamkeit und Rassismus begleiten ihr Leben.“ Gott schenke seinem Volk das Gesetz, „wodurch er zu uns spricht und uns zeigt, wie man in der Wüste überleben kann.“

Ein aus Syrien geflüchteter Mann ließ sich von Pfarrer Dieter Bökemeier als Zeichen des neuen Bundes taufen. Angehörige der Wohngruppe von Eben Ezer, in welcher der Mann arbeitet, sprachen Gebete für den frisch Getauften und die koreanische Gemeinde umrahmte die Zeremonie mit prachtvoller Musik von Jung Eun Choi (Klavier), Sohye Jung (Flöte) Hanna Cho (Sopran) und Beoungkyu Jeon (Bariton). 

Veranstalter des Gottesdienstes waren die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Detmold-West, die Ev. Studierendengemeinde Detmold-Lemgo, die Evangelisch-Koreanische Kirchengemeinde Detmold e.V., die Englischsprachige Christen-Mission in NRW e.V. und die Lippische Landeskirche.

20.08.2020

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