Simbabwe im Mittelpunkt

Frauen in Lippe feierten Weltgebetstag - zum Beispiel in Heiden

Weltgebetstag in Heiden mit geschmückter Spirale. Mit Brigitte Welton, Edelgard Funk, Pfarrerin Brigitte Fenner, Frauke Hackemack, Dorothee Lenk und Iris Kruel (von links).

Kreis Lippe/Lage-Heiden. „Steh auf und nimm dein Schicksal in die Hand!“ lautete die Botschaft des diesjährigen Weltgebetstags, den Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen als größte ökumenische Basisbewegung am 6. März rund um den Globus gefeiert haben. Unter dem ermutigenden Appell „Steh auf, nimm deine Matte und geh!“ (Joh. 5,8) hatten Frauen aus Simbabwe den Ablauf des Gottesdienstes vorbereitet, den auch in Lippe viele Gemeinden kreativ umsetzten.


Bei der Feier in Heiden, die Alexandra Schaller (Gitarre) und Torsten Schmidt (Klavier) musikalisch umrahmten, erhielten rund 60 Besucher von Pfarrerin Brigitte Fenner viele Informationen über das Gastgeberland.

Simbabwe plagt eine extreme Dürre. Millionen Menschen und Tiere leiden unter Wassermangel und Hunger. Der Klimawandel trifft die Menschen in diesem afrikanischen Land besonders hart, denn die Wirtschaft steckt aufgrund von Fehlentscheidungen und Korruption seit vielen Jahren in der Krise. Simbabwe hat nur 14 Millionen Einwohner, mehr als 87% der Bevölkerung gehören einer christlichen Religion an.

Die Spirale ist in Simbabwe heilig und steht für zwischenmenschliches Miteinander. In Heiden schmückten Frauen beim Lobpreis eine mehrfarbige Spirale aus Tüchern inmitten des Raumes mit Symbolen: Weiß für Frieden, rot für Liebe und gelb für Versöhnung. Iris Kruel, Dorothee Lenk und Edelgard Funk lasen Briefe aus Simbabwe vor, in denen Frauen über ihre Situation informierten. Obwohl laut Gesetz Diskriminierung verboten ist, herrscht traditionell besonders auf dem Land das Patriarchat mit Polygamie und Zwangsverheiratung. Frauen werden oft nach dem Tod ihres Mannes sämtlicher Besitztümer beraubt und vertrieben. Viele Frauen sind daher psychisch erkrankt und suizidgefährdet. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand die Heilung eines Kranken am Teich Bethesda, den Jesus auffordert: „Steh auf, nimm deine Matte hoch und geh umher!“. Ein Anspiel setzte die Heilung in Szene und eine meditative Übung ließ jeden Gast das Hängenlassen und Aufrichten körperlich nachempfinden. 

In Rollenspielen wurde das Projekt „Großmütter-Bänke“ vorgestellt. Dabei sitzen in Simbabwe Großmütter, sogenannte „Gogos“, auf Bänken, reden mit anderen, über das, was sie bedrückt und ermutigen sie, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Anschließend konnte jeder Gottesdienstbesucher mit seinem Nachbarn ins Gespräch kommen.

 

 

 

 

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