Pauline hält die Fäden in der Hand

Evangelische Frauen feierten Jahresfest

Jahresfest der Evangelischen Frauen in Lippe (EFiL). Mit Erika Lange, Susanne Koch, Susanne Koch-Hennig, Gudrun Süthoff, Gaby Thies, Iris Kruel, Ursula Resack, Waltraud Huizing, Elisabeth Mellies, Annette Wolf, Brigitte Fenner, Anette Stadermann, Annegret Fritzemeier, Marlis Steffestun (von links).

Kreis Lippe/Horn-Bad Meinberg. Pauline war gut vernetzt und hielt alle Fäden in der Hand: Ein Denkmal im historischen Kurpark Bad Meinberg zeigt die Regentin, die auf einer Parkbank Audienz gewährt und strickt. Mit dem Strickzeug in der Hand nahm sie an Regierungssitzungen teil. Sie ist die bedeutendste Regentin Lippes und Vorbild im deutschen Sozialwesen.

Beim Jahresfest der Evangelischen Frauen in Lippe (EFiL) standen aus Anlass ihres 250. Geburtstages Leben und Wirken von Fürstin Pauline im Zentrum des Nachmittags. Anette Stadermann vom Leitungskreis der EFiL konnte rund 600 Frauen aus ganz Lippe im Kurtheater Bad Meinberg begrüßen.

Pauline hat das Leben im Fürstentum Lippe geprägt. Spuren ihres sozialen Engagements finden sich bis heute. Ursula Resack beleuchtete ihr Leben aus privater, politischer, sozialer und religiöser Sicht, Prinzessin Maria zur Lippe referierte über ihr Vermächtnis bis in die Gegenwart. In Anspielen und einem höfischen Menuett nahmen Frauen des Leitungskreises die Gäste mit auf eine spannende Zeitreise.

Fürstin Pauline wurde am 23. Februar 1769 in Ballenstedt geboren. Ihre Mutter, Fürstin Luise Albertine, verstarb wenige Tage nach der Geburt. Aufgrund ihrer guten Ausbildung konnte sie mit 24 Jahren die Regierungsaufgaben übernehmen, als ihr Vater, Fürst Friedrich Albrecht von Anhalt-Bernburg, schwer erkrankte. 1796 heiratete sie den Erbprinzen Leopold I. zur Lippe. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor. Eine Tochter starb kurz nach der Geburt. Als Leopold I. 1802 starb, wurde sie vom Landtag als Regentin für ihren minderjährigen Sohn Leopold II. eingesetzt. Sie regierte das Land 18 Jahre, bis zu ihrem Tod im Jahr 1820, mit großem Engagement.

1809 hob sie die Leibeigenschaft der Bauern auf und gründete die erste Kinderbewahranstalt in Deutschland, aus der sich die Fürstin-Pauline-Stiftung mit einer Jugend- und Altenhilfe entwickelt hat. Sie gründete eine Erwerbsschule für verwahrloste Kinder, ein freiwilliges Arbeitshaus für erwachsene Almosenempfänger und eine Pflegeanstalt mit Krankenstube. 1807 gelang es ihr, dank ihres diplomatischen Geschickes, die Selbstständigkeit des Fürstentums unter Napoleon zu bewahren.

In der Andacht betonte Pfarrerin Brigitte Fenner, dass Fürstin Pauline eine Rolle eingenommen habe, die zu ihrer Zeit nur Männern zustand. Für Pauline sei der Glauben eine Selbstverständlichkeit gewesen. „Die spirituelle Vertikale kreuzte fließend die sozialpolitische Horizontale. Ihr Handeln zielte auf Nachhaltigkeit.“ Sie habe Menschen ermutigt, sich aus der Abhängigkeit zur Selbständigkeit zu befreien. „Der Geist der Aufklärung wirkte in ihrem Ansatz der Hilfe zur Selbsthilfe“.  

Annette Wolf und Waltraud Huizing umrahmten das Fest musikalisch. Der Detmolder Eine-Welt-Laden Alavanyo bot fair gehandelte Waren an und es gab einen Büchertisch mit Materialien zum Thema.

08.10.2019

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