Das Lächeln Gottes weiterschenken

Jahresempfang des Erzbistums Paderborn und der Lippischen Landeskirche

Im Dialog über Kirche und Marketing: Dechant Norbert Nacke (links) und Pater Abraham Fischer.

Kreis Lippe/Detmold. Wie gibt es eine zeitgemäße, nicht oberflächliche Sprache für Gott? Mit „Kirche und Marketing“ befasste sich der Jahresempfang des Erzbistums Paderborn und der Lippischen Landeskirche in der katholischen Kirche Heilig Kreuz in Detmold. Gäste aus Politik, Gesellschaft und Kirche hörten mit Interesse den Dialog, den Dechant Norbert Nacke (Dekanat Bielefeld-Lippe) und Pater Abraham Fischer (Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede) zum Thema hielten. Ihr Gespräch vermittelte auf unterhaltsame Weise, wie Kirche heute Menschen erreichen kann: „Das geht in unserer Gesellschaft nur im Dialog, nicht im gläubigen Rezipieren“, zeigte sich Pater Abraham überzeugt.

Dabei müsse Kirche sich darauf einlassen, dass sie nicht mehr das alleinige Sinn- und Deutungsmonopol habe. Ein Weg sei es, die anderen Religionen verstehen zu lernen, um das Eigene neu zu entdecken. „Die Werkzeuge, die wir einsetzen, sind nicht mehr die richtigen“, so der Pater weiter, der auch gelernter Kunstschmied und in der Benediktinerabtei Prior und Wirtschaftsleiter ist: „Religion entwickelt sich ins Individuelle, ins Private“. So konnte er von der Erfahrung berichten, dass ein persönlicher Segen auf ein in der Kunstschmiede hergestelltes Kreuz die Menschen besonders berühre: „Wir brauchen heute kleinere Gruppen und zartere Werkzeuge.“ Kirche sei ein Ort der Erlösung, zeigten sich Dechant Norbert Nacke und Pater Abraham Fischer in ihrem Dialog einig: „Das Lächeln Gottes sollten wir weiterschenken.“ Ein Lächeln auf das Gesicht der Gäste zauberte passend dazu der von Kantor Gregor Schwarz an der Orgel und Willi Budde am Kornett gestaltete musikalische Rahmen mit eingängigen Werbemelodien im klassischen Gewand.

Das Erzbistum Paderborn mit Weihbischof Dr. Dominicus Meier (Paderborn) und die Lippische Landeskirche mit Landessuperintendent Dietmar Arends richteten den Empfang erneut gemeinsam aus. So hob Weihbischof Dominicus das von Respekt und Toleranz geprägte gute Verhältnis der beiden Kirchen hervor, das sich zum Beispiel im konfessionell-kooperativen Religionsunterricht, in der wechselseitigen Anerkennung der Taufe und der Möglichkeit der gemeinsamen Trauung konfessionsverschiedener Paare ausdrücke: „Wir werden weiter das offene Gespräch suchen und Schritte miteinander in die Zukunft wagen.“

08.09.2019

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