„Hilfestellung für den Glauben“

Die Amtliche Pfarrkonferenz der Lippischen Landeskirche thematisierte das Bekenntnis von Belhar

Amtliche Pfarrkonferenz zum Thema Belhar: Mit Prof. em. Dr. Michael Weinrich, Landessuperintendent Dietmar Arends, Rev. Dr. Llewellyn LM Mac Master (v.l.)

Kreis Lippe/Lemgo. Die Lippische Landeskirche diskutiert derzeit, ob sie sich das 1986 während der Apartheid in ihrer südafrikanischen Partnerkirche entstandene Bekenntnis von Belhar zu Eigen machen soll. Das Bekenntnis der Uniting Reformed Church in Southern Africa (URCSA) kann auch heute noch wichtige Impulse geben, beispielsweise im Blick auf den erstarkenden Antisemitismus und Rechtsextremismus sowie in Fragen nach Gerechtigkeit.

Vor den rund 80 Teilnehmenden der Amtlichen Pfarrkonferenz der Lippischen Landeskirche ordnete Prof. em. Dr. Michael Weinrich zum Auftakt den Wert von Bekenntnissen ein: „Sie sind nicht Gegenstand des Glaubens, sondern verstehen sich als eine Hilfestellung für den Glauben“. Das Wort Gottes sei immer in den jeweils aktuellen Bezügen zu hören. Bekenntnisse wie etwa die Barmer Theologische Erklärung von 1934, in der sich die Bekennende Kirche mit einem eindeutigen Bekenntnis zu Jesus Christus klar von den Deutschen Christen und dem Machtanspruch des Nationalsozialismus abgrenzte, würden darauf hinweisen.

Welche Orientierungshilfe das Bekenntnis von Belhar mit seinen Themen Einheit, Versöhnung und Gerechtigkeit heute für die südafrikanische Partnerkirche ist, machte eindrücklich Rev. Dr. Llewellyn LM Mac Master, Pfarrer in Belhar, dem Vorort von Kapstadt, wo das Bekenntnis verabschiedet wurde, deutlich. Die südafrikanische Kirche ist weiterhin nicht vereinigt, die Auswirkungen der Apartheid nicht überwunden. „Warum fällt es einigen von uns schwer, den anderen als meinen Bruder, meine Schwester oder meinen Kollegen ohne rassistisch getönte Brille zu akzeptieren?“, fragte MacMaster: „Ich hoffe weiterhin, dass unser gemeinsamer Glaube und unsere gemeinsame Identität in Jesus Christus es uns ermöglichen wird, diese Hindernisse zu überwinden.“ In diesem Zusammenhang werde das Belhar-Bekenntnis weiterhin „helfen, leiten und inspirieren“ auf dem Weg zu einer wirklich vereinigten Kirche. Das Bekenntnis sei ein Aufruf zur radikalen Nachfolge und zum radikalen Gehorsam gegenüber Jesus Christus.

In verschiedenen Workshops beschäftigten sich die lippischen Pfarrerinnen und Pfarrer mit Fragen zur „Theologie des Bekennens“, „Spaltung der Gesellschaft“, „Gerechtigkeit in unserem Kontext“, „Rassismus“ und dem „Engagement auch im Gegenüber zum Staat“.

In der abschließenden Aussprache wurde insbesondere die aktuelle Relevanz des Bekenntnisses deutlich. So habe Gerechtigkeit nicht nur eine Bedeutung im engeren Sinne, sondern auch etwas mit den Flüchtlingsbewegungen und der Umweltkrise zu tun. Belhar dränge dazu, nicht aufzugeben, sondern geistliche Antworten zu suchen.

07.06.2019

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