Renovierung der Marktkirche vollendet

Licht und leicht: Putz, Lampen, Elektrik und Möbel für 404.000 Euro erneuert

Kirchenführung: Reiner Stecker und Agnes Siekmöller (von links) sowie Klaus Kubach und Ernst-August Pohl (von rechts) zeigten Kirchenrat Dr. Arno Schilberg (3. von links) und dem früheren MdB Cajus Caesar (3. von rechts) den renovierten Kirchsaal.


Lage. Alle Wand-und Gewölbeflächen wurden gereinigt und restauratorisch saniert, die Stühle aufgearbeitet und die historischen Holzeinbauten aufpoliert: Die in ihren Ursprüngen etwa 1.000 Jahre alte Marktkirche Lage erstrahlt nach dem erfolgreichen Abschluss der Renovierungsarbeiten wortwörtlich in neuem Glanz. Der Kirchsaal präsentiert sich licht und leicht wie nie zuvor. Mit Beginn des neuen Kirchenjahres am Adventssonntag, 3. Dezember 2017, nahm die Kirche mit einem Festgottesdienst wieder ihren Dienst auf. Der letzte Gottesdienst in der Marktkirche vor der Renovierung war am Pfingstsonntag, 4. Juni 2017, gefeiert worden.

1973 hatte die Kirche zuletzt innen einen frischen Anstrich, neue Stühle und vieles mehr erhalten. Der lange Zeitraum von mittlerweile mehr als vier Jahrzehnten wurde zunehmend erkennbar. Die Deckengewölbe waren stark verschmutzt. Teile des Putzes lösten sich von der Wand. Die Beleuchtung war insgesamt derart dunkel, dass insbesondere bei Abendveranstaltungen Texte im Gesangbuch äußerst schlecht zu entziffern waren. Deshalb entschied sich der Kirchenvorstand im Benehmen mit der Landeskirche, den Kirchenraum zu renovieren, was sofort den Denkmalschutz auf den Plan rief, so dass auch restauriert werden musste. Mitarbeiter des Denkmalschutzes des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe sowie die untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Lage brachten ihre Vorstellungen und Vorgaben ein, so dass sich für die Renovierung ein Kostenvolumen in Höhe von 404.000 Euro ergab.

Dank des Einsatzes von MdB (a.D.) Cajus Caesar (Bundestagsabgeordneter bis September 2017) unterstützt das Bundesministerium für Kultur und Medien die Maßnahme mit einen Zuschuss in Höhe von 138.000 Euro aus dem Denkmalschutzsonderprogramm des Bundes. 35.000 Euro kommen als Zuschuss von der Lippischen Landeskirche. Den Rest in Höhe von 231.000 Euro wird die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Lage aufbringen.

„Ohne die Initiative des Bundestagsabgeordneten Cajus Caesar hätten wir nicht mit der Renovierung beginnen können“, bekräftigten zum Abschluss der Renovierungsarbeiten die beiden Pfarrer Reiner Stecker und Ernst-August Pohl. Die zunehmenden Schadensprozesse im Kirchsaal seien in den jüngsten Jahren weder dem Kirchenvorstand noch den Gemeindemitgliedern verborgen geblieben. Jedoch habe das Geld gefehlt, eine Renovierung einzuleiten.

Die Pfarrer Stecker und Pohl stellten zusammen mit Agnes Siekmöller, der stellvertretenden Kirchenvorstandsvorsitzenden, und Klaus Kubach, dem Bauausschussvorsitzenden der Kirchengemeinde, das Ergebnis der denkmalgerechten Instandsetzung dem Alt-Abgeordneten Cajus Caesar und Kirchenrat Dr. Arno Schilberg als Vertreter der Landeskirche, vor.

Caesar unterstrich dabei, dass er als damaliges Mitglied des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestags an der Freigabe der Gelder für die Marktkirche persönlich beteiligt gewesen sei. Bevor er sich für die Kirche eingesetzt habe, habe er sich die Schäden zeigen lassen. Caesar: „Ich kann nur das unterstützen, von dem ich wirklich überzeugt bin.“ Die Schäden, ganz besonders das Eindringen von Feuchtigkeit in die Bausubstanz, hätten ihn dann so überzeugt, dass er sich vor gut einem Jahr persönlich bei Staatsministerin Monika Grütters, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, für eine Bewilligung der Denkmalschutzmittel eingesetzt habe.

Die Kirchensanierung begann am 6. Juni 2017, dem Dienstag nach Pfingsten, mit dem Ausräumen der Kirche. Die diakonische Stiftung „Herberge zur Heimat“ hatte Helfer vermittelt, die beim Ausräumen und Transport der Stühle in ein Zwischenlager mit anfassten.

 

Konstruktives Miteinander

                         

Reiner Stecker: „Das konstruktive und auf Lösungen orientierte Mitwirken der Denkmalschutzbehörden und das besonders engagierte Arbeiten aller mitwirkenden Firmen müssen besonders betont werden. Die Arbeiten erfolgten in großer harmonischer Abstimmung reibungslos, so dass das angepeilte Ziel, die Kirche am 1. Advent wieder zu eröffnen, eingehalten werden konnte.“ Ernst-August Pohl ergänzte: „Dieses ist allerdings zu einem Großteil auch dem Vorsitzenden des Bauausschusses der Gemeinde, Klaus Kubach, zu verdanken, der in unermüdlichem Einsatz immer ansprechbar war und alles koordinierte.“

Und Agnes Siekmöller betonte: „Einen besonderen Dank richtet die Kirchengemeinde auch an viele Spender, nicht zuletzt an die mitwirkenden Firmen, so dass bislang ein Spendenbetrag in Höhe von 35.000 Euro zusammengekommen ist. Wir danken auch den Ehrenamtlichen, den Mitarbeitenden und nicht zuletzt den Gottesdienstbesuchern, die die Maßnahme mitgetragen und den Ausfall der Kirche als Gottesdienstraum ausgehalten haben.“

 

Keimzelle der Stadt

 

Die Geschichte Lages und die der Marktkirche sind aufs Engste miteinander verflochten. Die Kirche ist Lages ältestes Gebäude und die Keimzelle der jetzigen Stadt. Der Lagenser Historiker Burkhard Meier, der 1992 ein Buch über die Marktkirche (überarbeitete Auflage 1993) und 2008 den Kirchenführer „Marktkirche Lage“ (Lippische Kulturlandschaften, Heft 9) veröffentlichte, hatte nach Abschluss seiner Forschungsarbeiten festgestellt: „Lage würde ohne seine Kirche heute vielleicht nicht existieren.“ Die Kirche sei an einer Werrefurt im neunten oder zehnten Jahrhundert gebaut worden. Damit sei sie jünger als die Kirche zu Stapelage, aber älter als die Heidener Kirche. Neun Bauperioden ließen sich archäologisch nachweisen. Mehr als 500 Jahre habe es gedauert, bis die Kirche ihre heutige Gestalt erhalten habe. Und vielleicht zeigt sich die in ihrer jetzigen Form 500 Jahre alte Kirche heute so ansprechend und angenehm wie nie zuvor.

04.12.2017

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