Verschiedene Kulturen und Religionen

Surinam im Mittelpunkt: Vorbereitung auf den Weltgebetstag 2018

Informierten am Länderabend: Maria Beineke-Koch, Ruth Niehaus, Brigitte Fenner und Susanne Tono (von links).

Kreis Lippe/Detmold. Der Weltgebetstag am 2. März 2018 stellt unter dem Titel „Gottes Schöpfung ist sehr gut“ (Gen. 1,31) Surinam ins Zentrum. Um das kleine Land im Norden Südamerikas kennenzulernen, hatte die Evangelische Frauenarbeit in Lippe (EFiL) zum Länderabend in das Gemeindehaus der ev.-luth. Kirchengemeinde Detmold eingeladen. Der Eine-Welt-Laden Alavanyo bot Produkte an und Annette Wolf begleitete Lieder am Klavier.

Die Leitung lag bei Pfarrerin Brigitte Fenner und einem ökumenischen Team. Pfarrerin Ruth Niehaus aus Dortmund nahm in ihrem Bildervortrag rund 60 Gäste mit auf die Reise in das Land, das sie mit Frauen der westfälischen Kirche besucht hat. Sie berichtete, dass die rund 550.000 Einwohner afrikanische, indische, indigene, javanische, europäische und chinesische Wurzeln haben. „Moksi“ sei die stolze Selbstbezeichnung für gemischte Bevölkerungsgruppen. Seit 1975 von den Niederlanden unabhängig, sei Niederländisch die Amtssprache, daneben würden mehr als 20 Sprachen gesprochen. Verschiedene Kulturen und Religionen lebten harmonisch zusammen. In der Hauptstadt Paramaribo stehe die Moschee direkt neben der Synagoge.

Seit 1735 sei die Herrnhuter Mission aktiv, eine der größten protestantischen Kirchen, die heute wichtige gesellschaftliche Impulse gebe.

„Von Surinam können wir lernen, wie ein Zusammenleben in multikultureller und multireligiöser Vielfalt gelingen kann“, sagte Pfarrerin Brigitte Fenner.

Frauen aus Surinam haben die Liturgie des Weltgebetstages vorbereitet und laden ein, die Vielfalt des Landes, die sich auch in seiner schönen Natur zeigt, miteinander zu feiern. So gebe es tiefgrüne Urwälder mit einer bunten Tierwelt und mehr als 1000 Baumarten, die noch 90% des Landes bedeckten.

Gottes gute Schöpfung sei aber auch in Surinam bedroht. Illegale Goldminen vergifteten die Umwelt mit Quecksilber und der Urwald werde abgeholzt. Der katholische Bischof von Paramaribo, Karel Choennie, habe in einem Hirtenwort öffentlich die Politiker zum Handeln aufgefordert. Nicht nur Flüsse und Fische seien mit Quecksilber belastet, viele schwangere Frauen und Kinder erlitten Gehirnschädigungen. Große Sorge bereite auch der steigende Meeresspiegel. In dem Schwellenland mit repräsentativer Demokratie gefährdeten wirtschaftliche Krisen den sozialen Frieden. Auf der Suche nach Arbeit verließen viele Erwachsene die Familie. Kinder und Jugendliche blieben zurück und würden im täglichen Überlebenskampf verwahrlosen. Viele Teenager-Schwangerschaften führten zum Schulabbruch. Hauptverlierer seien junge Mädchen, die mit Prostitution und Drogenhandel versuchten, sich über Wasser zu halten. Die Herrnhuter Frauenarbeit will Mädchen und Frauen vor Missbrauch, Gewalt und Ausbeutung schützen und ihnen in unterprivilegierten Stadtvierteln Halt geben.   

Der Weltgebetstag ist die weltweit größte Basisbewegung christlicher Frauen und findet jedes Jahr am ersten Freitag im März in ökumenischer Verbundenheit statt.

20.11.2017

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