Reformation, was war das nochmal?

Kostenfreie Mitmach-Programme für Kinder und Jugendliche

Die Museumspädagogin Dr. Susanne Hilker hat sich passend zur Sonderausstellung „Mach‘s Maul auf - Reformation im Weserraum“ viele spannende Mitmachprogramme für Kinder und Jugend-liche einfallen lassen.

Lemgo. Mit Knochen kegeln, den Teufel mit „Tinte“ abwerfen, ein Flugblatt selber drucken und einen Weihnachtsbaum mit Würstchen schmücken – wo gibt es denn so etwas? Im We-serrenaissance-Museum Schloss Brake in Lemgo. Passend zur neuen Sonderausstellung „Mach’s Maul auf – Reformation im Weserraum“ hat sich die Museumspädagogin Dr. Susanne Hilker ein spezielles Programm für Kinder und Jugendliche einfallen lassen. Da die Lippische Landeskirche den Eintritt und Führungsgebühren übernimmt, fallen für Schulklas-sen keinerlei Kosten an. Anmeldungen werden ab sofort entgegen genommen.

„Ob Kindergarten, Grundschule, Konfirmandengruppe, Kindergeburtstag oder weiterführende Schule -  wir haben für jede Altersgruppe spannende und witzige Mitmachprogramme im Angebot“, verspricht Museumsdirektorin Dr. Vera Lüpkes.

Zunächst starten die Gruppen mit einer unterhaltsamen Kurzführung durch die Ausstellung. Thematisch kann man wählen zwischen „Reformation – was war das nochmal?“, „Sankt Martin war ein guter Mann: Warum Luther die Heiligen abschaffte“, „Propaganda für die Reformation: Buchdruck und Luther-Porträts“, „Du sollst Dir kein Bildnis machen: Was Bildersturm und richterliche Urteile gemeinsam haben“, „Das Böse im Reformator: Luther und die Juden“ oder „Was glaubst Du denn? Glaube und Religion rund um die Welt“.

„Damit die Kinder und Jugendlichen die Infos aus der Kurzführung auch behalten, laden wir sie nach dem Ausstellungsrundgang zum Mitmachen und Erleben ein“, erklärt Dr. Susanne Hilker. Besonders beliebt ist derzeit das Programm mit dem Titel „Türmen gehen: Sündenerlass und Teufelsbegegnung am eigenen Leib erfahren“. Hierbei kann man Luthers Weg zur Reformation am eigenen Leib erfahren. Die Kids dürfen ein Büßerhemd überstreifen und ihre Sünden auf Knien „bereuen“. Anschließend dürfen sie ein Teufelsbildnis mit Tinte abwerfen und Thesen an eine Tür nageln.

In einem anderen Mitmach-Programm dreht sich alles um die Kinderspiele zu Luthers Zeiten. Bei Ausgrabungen am Elternhaus Martin Luthers in Mansfeld fand man in der Abfallgrube Reste von Kinderspielzeug, mit denen Luther wahrscheinlich als Kind schon gespielt hat. Dazu zählte beispielsweise ein Spielgerät, das aus dem Fußknochen eines Rindes gefertigt wurde. Es handelt sich um Bestandteile eines Kegelspiels, die, in einer Reihe aufgestellt, gezielt zu Fall gebracht wurden. Wie diese Gegenstände verwendet wurden, zeigt sich auf dem Gemälde „Die Kinderspiele“ von Pieter Brueghel der Ältere von 1560, das ähnlich einem Wimmelbild aufgebaut ist. Auf dem Gemälde wurden 91 verschiedene Spielszenen identifiziert. Viele der abgebildeten Spiele wie beispielsweise Stelzen laufen oder „Blinde Kuh“ werden bis heute gespielt und haben nur wenig variierende Regeln.

Zur bevorstehenden Adventszeit bietet sich vor allem das Mitmach-Programm „Luthers Weihnachtsbaum: War früher wirklich mehr Lametta?“ an. Hierbei dürfen die Kinder einen Weihnachtsbaum wie vor 500 Jahren schmücken, und zwar mit Äpfeln, Lebkuchen, Würstchen und jeder Menge Flitter. Klar, dass die Leckereien im Anschluss gegessen werden dürfen.

Für die älteren Jungs und Mädchen dürfte das Programm „Buchdruck oder Handschrift: Wie funktioniert eine Druckerpresse?“ besonders interessant sein. Im Museum steht der Nachbau einer original Gutenberg-Presse. Diese Vorrichtung war für die Zeit der Reformation das, was Internet, Facebook und Co. für uns heute sind.  Denn die Erfindung des Buchdrucks durch Johann von Gutenberg um 1450 löste ähnlich tiefgreifende Veränderungen in der Gesellschaft aus, wie eben die sozialen Medien heute.

Der Aufbau der Presse ist eigentlich einfach. Mit Hilfe des langen Stiels in der Mitte lässt sich die Schraubpresse nach unten drehen. Unter ihr, auf dem Tisch, ist ein kleiner Kasten eingespannt, das sogenannte Setzschiffchen. Darin sind die Buchstaben, die beweglichen Lettern, in der Reihenfolge angeordnet, wie sie auf der gedruckten Seite erscheinen sollen. Die Jugendlichen pinseln sie mit Druckfarbe ein, dann legen sie einen Bogen Papier darauf, ziehen die Schraubpresse an, lassen die Farbe trocknen und fertig ist das Flugblatt. Gutenbergpressen erreichten eine Tagesproduktion von 3.600 Seiten - so konnten sich Ideen plötzlich atemberaubend schnell verbreiten – zum Beispiel die kirchenkritischen Lehren eines gewissen Martin Luther.

Die kind- bzw. jugendgerechten Kurzführungen und die Mitmach-Programme können ab sofort gebucht werden, und zwar telefonisch unter Tel. 05261/94500 oder per Mail unter info@museum-schloss-brake.de.  Da die Lippische Landeskirche den Eintritt und Führungsgebühren übernimmt, fallen für Schulklassen keinerlei Kosten an.

Nähere Informationen gibt es auch im Internet unter www.machs-maul-auf.de.

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