Orgelsommer in der Heilig-Geist-Kirche

Beliebte Reihe macht erstmals Halt in der ev.-luth. Kirchengemeinde Lage

Richard Krause (rechts) erläuterte bei seiner Kirchenführung den Besuchern die Symbolik des Altarfensters mit der Taube im Zentrum.

Kreis Lippe/Lage. Der Lippische Orgelsommer weiß auch in seinem zwölften Jahr noch mit einer Premiere zu überraschen. Die populäre Kirchen- und Konzertreihe machte am Sonntag, 30. Juli, mit ihrer mittlerweile bereits 80. Veranstaltung erstmals Halt in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Lage.

Dort standen im Mittelpunkt des Interesses der bis zu 150 Besucher die Geschichte der Heilig-Geist-Kirche am Sedanplatz und ein Orgelkonzert mit Werken von Vincent Lübeck (1654 - 1740) und Johann Sebastian Bach (1685 - 1750), gespielt von Mona Rozdestvenskyte, Kirchenmusikerin und Masterstudentin an der Hochschule für Musik Detmold. Die bei Orgelwettbewerben mehrfach ausgezeichnete Künstlerin bescherte dem Orgelsommer noch eine weitere Premiere: Ein Fernsehteam aus Kanada filmte und begleitete Mona Rozdestvenskytes Auftritt, weil sie im Oktober in Montreal an einem internationalen Orgelwettbewerb teilnehmen wird. Alle 20 Wettbewerbsteilnehmer werden der Jury und dem Publikum in Filmportraits vorgestellt. Rozdestvenskyte erklärte im Interview dem TV-Team auch den „lippischen Dreiklang“ von Konzert, Kaffeetafel und Kirchenführung.

Pfarrer Richard Krause erläuterte bei seiner Kirchenführung, dass die Zahl der Lutheraner in Lage in den achtziger und neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts stark stieg. Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Bahnlinien siedelten sich viele Bahnbedienstete aus Westfalen und Hannover mit ihren Familien in Lage an. Am Pfingstmontag, 30. Mai 1898, wurde am Sedanplatz der Grundstein gelegt für die erste lutherische Kirche in Lage. Am Reformationstag, 30. Oktober 1898, wurde sie eingeweiht.

Als ein amerikanischer Bomberverband am 22. Februar 1945 den Lagenser Bahnhof und die dortigen Gleisanlagen bombardierte, wurde die in Sichtweite des Bahnhofs gelegene kleine Kirche von den Druckwellen zerstört. Der Wiederaufbau begann mit der Grundsteinlegung am 1. Oktober 1950. Die Arbeiten am Kirchbau wurden von einheimischen Handwerkern recht zügig durchgeführt. Am 30. September 1951 erfolgte die feierliche Einweihung der neuen Kirche, die im November 1967 den Namen Heilig-Geist-Kirche erhielt. Durch Flüchtlinge und Heimatvertriebene war die lutherische Gemeinde mittlerweile auf nahezu 5.000 Gemeindeglieder angewachsen. Im Kirchsaal erinnert der Taufstein, der den Bombenangriff überstand, an die Vorgängerkirche am Sedanplatz. Die beiden farbigen Rundfenster an der Altar- und an der gegenüberliegenden Emporenseite setzen im Kircheninnern optische Akzente. Die Fenster sind von 1951. Sie wurden gestiftet von den damals in Lage sehr bekannten Familien Schmuck (Agrarhandel) und Haberbeck (Druckhaus). Das Emporenfenster zeigt ein Lamm als Symbol für den Opfertod Jesu. Das Altarfenster zeigt im Zentrum die Taube als Symbol für den Heiligen Geist, nach dem die Kirche benannt ist. Umgeben ist die Taube von den vier Evangelisten und den vier wichtigsten Stationen im Leben Jesu: Geburt, Einzug in Jerusalem, Kreuzigung, Auferstehung.

01.08.2017

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