Martin Luther und das Judentum

Ausstellung in der Christuskirche – erster Vortrag am 9. März

Eine Augenbinde verdeutlicht Luthers „Blindheit“ gegenüber den Juden: Schulreferent Andreas Mattke, Pfarrerin Bettina Hanke-Postma und Pfarrer Maik Fleck in der Ausstellung in der Christuskirche Detmold. (v.l.)

Kreis Lippe/Detmold. In der Christuskirche Detmold ist derzeit eine Ausstellung zum Thema „Luther und das Judentum“ zu sehen. Sie ist im Beisein von Prof. Matitjahu Kellig, dem Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Herford-Detmold, Kirchenrat Tobias Treseler und dem Präses der Lippischen Landessynode, Michael Stadermann, eröffnet worden.


Pfarrerin Bettina Hanke Postma (Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe) sagte zur Eröffnung: „Dass dem Theologen Dr. Martin Luther eine wichtige Rolle im Reformationsgeschehen zukam, ist unbestritten. Dass neben seinen großen Verdiensten auch manch dunkle Seite seines Wirkens zu benennen ist – im Zuge der Bauernkämpfe, der Hexenverfolgung und auch in der Haltung gegenüber dem Judentum – ist ebenso deutlich.“

Mit einer Augenbinde sei im Mittelalter die Figur der „Synagoga“ dargestellt worden – so habe sich das Christentum das Volk Israel konstruiert. Bettina Hanke- Postma: „Blind für die Wirklichkeit, blind vor verzerrendem und verzehrendem Hass brachten die Christen die „Blindheit“ des Judentums gegenüber Christus zum Ausdruck – über Jahrhunderte hinweg.“ Auch Martin Luther sei „blind“ gegenüber den Juden gewesen: „Die Ausstellung hat es sich zum Ziel gesetzt, diese Blindheit und ihre Folgen zu benennen und Wege der Überwindung aufzuzeigen. Dabei wurden als Quellen die Schriften Luthers und die Bilder der Cranach Werkstatt  bearbeitet, denn die Aussagekraft der Bilder hat die negative Sicht der Schriften Luthers verstärkt.“ Das sei das Besondere der Ausstellung: Hier werde nicht nur eine historische Sichtweise und eine heutige christliche Sichtweise auf das Phänomen geboten. Es werde auch in Text und Bild dargestellt, wie das Judentum zur jeweiligen Zeit sich selber sah.

Die Ausstellung wurde von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und dem Touro College Berlin erstellt und ist bis zum 9. April täglich von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr zu sehen.

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe, das Schulreferat der Lippischen Landeskirche und die Kirchengemeinde Detmold-West verantworten das Rahmenprogramm. Der erste Vortrag findet am Donnerstag, 9. März, um 19.30 Uhr in der Christuskirche statt. Dr. Oliver Arnhold referiert zum Thema: „Die Rezeption von Luthers Judenschriften in der Zeit des Nationalsozialismus durch die Deutschen Christen“.

07.03.2017

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Die Landessynode hat im Frühjahr 2016 den Landeskirchenrat beauftragt, den Diskussionsprozess zur künftigen Gestalt der Landeskirche unter der Leitfrage „Wie muss die Lippische Landeskirche aufgestellt sein, um als eigenständige Landeskirche auch in Zukunft ihre Aufgaben gut erfüllen zu können?“ auf den Weg zu bringen.
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